Was Baukästen wirklich können
Baukästen und No-Code-Werkzeuge sind in den letzten Jahren gut geworden. Eine Liste, ein Formular, ein Kalender und ein Login stehen an einem Nachmittag. Für einen internen Ablauf, ein Vereinsverzeichnis oder eine erste Fassung, mit der ihr eine Idee prüfen wollt, ist das eine gute Wahl.
Wir sagen euch das auch dann, wenn wir dadurch keinen Auftrag bekommen. Eine App bauen zu lassen, die ein Baukasten genauso gut kann, ist verschwendetes Geld.
Punkt eins: der Preis kommt monatlich
Baukästen kosten wenig am Anfang und dauerhaft etwas. Meist pro Nutzer, oft pro Datensatz, manchmal pro Aufruf. Ein internes Werkzeug für fünf Leute bleibt günstig. Sobald hundert Leute damit arbeiten, steht eine vierstellige Summe im Jahr, und sie steigt mit eurem Erfolg.
Punkt zwei: die Grenze kommt später, aber sie kommt
Der Anfang geht schnell, die letzten zwanzig Prozent gehen gar nicht. Typische Wände: eine Rechenregel, die das Werkzeug nicht vorsieht. Eine Schnittstelle zu eurer vorhandenen Software. Ein Bildschirm, der anders aussehen soll als vorgesehen. Arbeiten ohne Netz. Push-Nachrichten, die zuverlässig ankommen.
An dieser Wand steht ihr mit einer halben Lösung und der Frage, ob ihr neu anfangt.
Punkt drei: es gehört euch nicht
Was im Baukasten entsteht, lebt im Baukasten. Ändert der Anbieter die Preise, ändert er sie für euch. Stellt er das Werkzeug ein, habt ihr ein Problem. Einen Export gibt es meist für die Daten, selten für die Anwendung selbst.
Das ist der Punkt, der uns von Kunden am häufigsten genannt wird: Sie wollen nicht, dass ihr Betrieb von der Preisliste eines Anbieters abhängt.
Eine brauchbare Faustregel
- Nimm den Baukasten, wenn wenige Leute damit arbeiten, der Ablauf üblich ist und ihr die Idee erst prüfen wollt.
- Lass bauen, wenn es euer Kerngeschäft berührt, wenn viele Leute damit arbeiten, wenn ihr an vorhandene Software andocken müsst oder wenn es in den Store soll.
- Beides nacheinander ist oft am klügsten: Erst im Baukasten prüfen, ob die Idee trägt, dann sauber bauen lassen. Was ihr dabei über euren eigenen Ablauf lernt, ist die halbe Miete für das Konzept.