Warum die Chatgruppe keine Lösung ist
Private Messenger sind schnell eingerichtet, und genau deshalb landen dort Dienstpläne und Krankmeldungen. Drei Dinge holen euch später ein: Private Telefonnummern liegen offen für alle in der Gruppe. Wer geht, nimmt den Verlauf mit und bleibt trotzdem drin, bis jemand daran denkt. Und wichtige Nachrichten verschwinden zwischen Bildern und Sprachnachrichten.
Dazu kommt die Frage, was der Betriebsrat und der Datenschutz dazu sagen, wenn Beschäftigtendaten über ein privates Konto laufen.
Was eine Mitarbeiter-App leistet
- Nachrichten an alle oder an eine Gruppe. Mit der Möglichkeit zu sehen, wer sie gelesen hat.
- Dienstplan und Schichten. Wer arbeitet wann, mit Erinnerung vor der Schicht.
- Dokumente. Betriebsanweisung, Formulare, Lohnabrechnung. Einmal abgelegt, jederzeit da.
- Formulare. Urlaubsantrag, Krankmeldung, Spesen. Am Handy ausgefüllt und gleich im Büro.
- Nur für die eigenen Leute. Wer geht, verliert den Zugang mit einem Klick.
Was den Unterschied macht: dass sie benutzt wird
Die meisten Mitarbeiter-Apps scheitern nicht an der Technik. Sie scheitern daran, dass niemand hineinschaut. Drei Dinge helfen dagegen:
- Ein Grund, sie täglich zu öffnen. Der Dienstplan ist der stärkste. Wer wissen will, wann er arbeitet, kommt von allein.
- Anmelden ohne Firmenmail. Viele Beschäftigte haben keine. Ein Zugangscode vom Vorgesetzten funktioniert besser als jedes Mailverfahren.
- Wenig Inhalt, dafür wichtiger. Wenn jede Kleinigkeit eine Meldung auslöst, schaltet die Belegschaft die Meldungen ab.
Was ihr rechtlich bedenken solltet
Eine App für die Belegschaft verarbeitet Beschäftigtendaten. In Betrieben mit Betriebsrat ist sie in der Regel mitbestimmungspflichtig, besonders wenn sich damit Verhalten oder Leistung auswerten ließe. Klärt das früh, sonst steht die fertige App still. Und Lesebestätigungen sind ein heikler Punkt, den ihr vorher besprechen solltet. Das ist unsere Erfahrung aus Projekten, keine Rechtsberatung.
Was das kostet
Ein Werkzeug im Browser beginnt bei 3.500 €, eine echte App für beide Stores bei 12.500 €. Bei Mitarbeiter-Apps lohnt die echte App fast immer, weil sie täglich benutzt werden soll und weil zuverlässige Push-Nachrichten der halbe Zweck sind.
Rechne bei fertigen Anbietern den Preis pro Kopf und Monat hoch. Bei 60 Beschäftigten und 4 € im Monat sind das rund 2.900 € im Jahr, jedes Jahr. Ab einer gewissen Größe kippt die Rechnung zugunsten einer eigenen App.